Eine typisch ligurische Familie und die Vielfalt der Oliven

Je mehr ich mich mit Lebensmitteln beschäftige, desto mehr stelle ich fest, wie wenig Ahnung ich habe: 
über die Natur, über Pflanzen, über Mikroklima, über Nährstoffe und über lokale Besonderheiten. 

Überall auf der Erde ist der Boden anders. Das habe ich gelernt. 
Er enthält unterschiedliche Zusammensetzungen und unterschiedliche Nährstoffe. Aus ihm gehen unterschiedliche Pflanzen hervor und bilden so ein eigenes, einzigartiges Mikroklima. Boden, Temperatur, Sonne, Wasser – ob von unten oder von oben – das alles entscheidet darüber, welche Arten von Pflanzen wachsen können. 

Ob in Wehrda oder in Wien. Ob in Mailand oder in Madagaskar. Ob in Lourde oder in Ligurien. 
Überall ist das Mikroklima anders – das wird mir vor allem beim Thema „Oliven“ bewusst. 
Aber auch beim Thema „Haselnüsse“ oder beim Thema „Mandeln“.
Allein in Italien gibt es jeweils hunderte verschiedene Sorten – je nachdem wo die Pflanzen wachsen.
Eine Olive in Liguren ist anders als in Sizilien. Sie ist auch anders als in Kalabrien oder in Kampanien. 

Die Haselnuss „Tonda Gentile“ z.B. kann nur auf den Hügeln im Piemont wachsen. Kein Ort der Welt bietet das gleiche Mikroklima – sodass die Haselnuss nirgendwo anders mit diesem Geschmack wachsen kann. Genauso ist es mit der Olive „Taggiasca“ – sie wächst an der Küste von Ligurien – in einem Mikroklima von Meer- und Bergluft. Sie ist sehr klein und dunkel, manchmal schwarz, manchmal violett und manchmal dunkelgrün. Die Olive „Nocellara del Belice“ aus Sizilien hingegen (woraus Angelo’s Öl besteht) ist sehr groß und fleischig und knallgrün. Francesco’s Oliven (Terre Sofia) aus Laurino sind mittelgroß – auf dem Olivenhain seines Großvaters wachsen die 3 Sorten „Biancolilla“, „Leccino“, „Rotondella“, die bezeichnend für die Region des Cilento (Kampanien) sind. 
Alle schmecken anders. 

Schon lange war ich auf der Suche nach dunklen Oliven, denn das was wir im Supermarkt kaufen können – ob von Sacmi in Konservengläsern oder an der Feinkost-Theke, schmeckt mir nicht mehr. Alle Oliven haben dort den gleichen Geschmack – denn sie sind meistens chemisch schwarz gefärbt und in einer (unzumutbaren) Konservierungslösung eingelegt, die dazu führt, dass alle Oliven nach „Standard“ und Chemie schmecken. Das hat nichts mehr mit einem natürlichen LEBENSmittel zu tun.

Während unserem Aufenthalt in Ligurien im September 2021 habe ich es mir daher zur Aufgabe gemacht, einen Olivenbauern zu finden, der dunkle Oliven verkauft, die wirklich den typisch ligurischen Geschmack einer Olive – der Olive „Taggiasca“ – besitzen. 

Ich wurde fündig!!

Andrea und seinen Vater Clemente durfte ich in San Bartolomeo al Mare kennenlernen. Sie zusammen kümmern sich seit Jahren um ihre ligurischen Olivenhaine und machen bei ihrer Arbeit genau das, was der Slow Food Philosophie entspricht: sie nutzen die Lebensmittel genau so, wie sie die Natur geschaffen hat! Künstliche Zusatzstoffe klingen für sie wie seltsame Substanzen einer anderen Welt. Oliven, Wasser, Salz – das ist alles was sie nutzen, um die sogenannte „salamoia“ anzusetzen, die Salzlösung zur Konservierung. 

Manchmal versetzen sie das ganze mit Kräutern aus ihrem eigenen Garten. Oder sie legen die Oliven danach in ihrem eigenen, selbst gepressten, Olivenöl ein. „Wenn du Oliven im Supermarkt kaufst, die von einem Industrieunternehmen verarbeitet wurden, dann befinden sie sich meistens in „Konservierungsöl“ – das sollte man immer wegkippen, denn es ist billigstes hochraffiniertes Öl (wie in Thunfischdosen).“ 

Das erklärte mir Andrea. 
Das Öl in dem ihre Oliven eingelegt sind, pressen sie selbst. Das ist etwas Besonderes, denn kaum ein Olivenbauer hat eine eigene Ölmühle. In ihren Gläsern stecken also nicht nur einzigartige Oliven mit dem Geschmack des ligurischen Mikroklimas, sondern darin steckt auch hochwertiges, selbsthergestelltes, kaltgepresstes Olivenöl „extra vergine“. Es ist also eine 2-in-1-Lösung, wie die Marketingmanager der Großindustrie es ausdrücken würden 😉
Eine 2-in-1- Lösung, die authentisch ist, in der Herzblut, Leidenschaft, Leben und der Einsatz für eine gesunde, naturbelassene und ursprüngliche Ernährungsweise steckt. Eine Ernährungsweise, die für Andrea, Clemente und ihre Familie seit Generationen ganz selbstverständlich ist. 

Wenn ihr Interesse habt, diese Oliven zu probieren, dann schreibt mir gerne. Beim nächsten Mal bestelle ich für euch mit! 🙂

Die Oliven und das Öl könnt ihr für Salate, Saußen, auf selbstgemachter Vollkorn-Pizza oder als Zutat in anderen Gerichten verwenden – und glaubt mir, danach werdet ihr nie wieder schwarzgefärbte Chemie-Oliven aus dem Supermarkt essen ! 🙂

Eure

           Tanja

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