Es ist Zeit für Veränderung. Warum? 

xx Gründe, warum ich mich für die Veränderung unseres Ernährungssystems einsetze. 

Was mich dazu bewegt, etwas verändern zu wollen, sind die Informationen aus Nachrichten, wissenschaftlichen Untersuchungen, Dokumentationen und Experten-Vorträgen, meine Erfahrungen durch die Slow Food Youth Akademie sowie mein Erlerntes aus der Ausbildung zur Ärtzlich geprüften Gesundheitsberaterin GGB. Aber vor allem sind es  persönliche Schlüssel-Erkennntisse, die ich im Laufe der letzten Jahre im Zusammenhang mit den Themen Landwirtschaft, Ernährung, Einkaufen, Ökologie und Gesundheit gesammelt habe. 

Landwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland

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Fast 40% (!) des weltweiten CO2 Austoßes, der den Klimawandel bedingt, liegt an der Art und Weise wie Lebensmittel produziert, verarbeitet und transportiert werden.
Das ist ein großer Anteil. (Quelle: WWF)

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Durch die Bio-Bewegung verpflichten sich viele Landwirte zur Einhaltung ökologischer Standards in Deutschland während gleichzeitig die Supermärkte aus anderen Kontinenten Lebensmittel importieren, die mit chemischen, teils giftigen, Mitteln von Bayer und Syngenta behandelt wurden.

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Bestimmte Gegenden in  Deutschland sind von großindustrieller Landwirtschaft geprägt. Der Anteil konventioneller Landwirtschaft in Deutschland beträgt 90%, es gibt nur knapp 10% ökologisch bewirtschaftete Flächen (Quelle: Statistisches Bundesamt). Deutschland gehört zu den Ländern mit unzulässig hoher Bodenverseuchung durch Phosphor- und Stickstoffansammlung aus Mineraldüngern und wurde deshalb von der EU wegen zu hoher Nitratwerte im Grundwasser verklagt. (Quelle: BMUV, EU) Insbesondere konventionelle Landwirtschaft, die im Nordosten vorherrscht trägt dazu bei.

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Jedes Jahr geben rund 3.500 (!) landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland ihre Existenz auf. (Quelle: Agrar heute). Kleinbauern haben immer in der Geschichte Versorgungsmöglichkeiten für einen Ort oder die nächstgelegenen Stadt geschaffen.

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Obwohl Deutschland mit knapp 17 Millionen Hektar riesige landwirtschaftliche Nutzflächen besitzt (Quelle: Statista), bleiben die meisten landwirtschaftlich erzeugten Produkte nicht in Deutschland, sondern werden an die Händler anderer Länder/Kontinente verkauft (Quelle: Agrar heute).

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Gleichzeitig kaufen deutsche Supermarkt-Ketten einen großen Anteil landwirtschaftlich erzeugter Produkte (auch solche die in Deutschland produziert werden können) aus anderen Ländern/Kontinenten
Damit schaffen wir unnötige globale Transportwege und machen uns abhängig durch die Versorgung anderer Länder.

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Immer mehr Ackerflächen in Deutschland (rund 22.000 Hektar pro Jahr) werden von den Kommunen oder vom Staat vereinnahmt und den Bauern weggenommen.
Die Flächen werden z.B. für Immobilien-Bauprojekte, Windparkanlagen oder Straßenbau umfunktioniert (Quelle: Agrar heute). Dies geschieht häufig aus politischen Interessen oder wirtschaftlicher Profitgier und liegt weit entfernt von ökologischen und sozialen Werten.

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von großindustriellen landwirtschaftlichen Betrieben

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90% der Sortenvielfalt (insbesondere von Gemüse und Hülsenfrüchtensorten) sind in Deutschland ausgestorben, da sie nicht mehr angebaut werden. In Deutschland reduziert sich der großflächige Anbau auf die X wenigen Kulturen Weizen, Raps, Gerste.

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Saatgut-Großkonzerne machen Bauern abhängig von ihrer Saatgut-Zucht und dem Verkauf ihrer Spritzmittel

Handel globaler Massenware im Supermarkt

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Die meisten europäischen Supermärkt-Ketten haben sich in 4 große europäische Einkaufsgemeinschaften zusammengeschlossen, um ihren weltweiten Einkauf so zu zentralisieren, dass sie die Verhandlungsmacht gegenüber Lebensmittel-Produzenten in erheblichem Maße vergrößern können. (Quelle: Arte.tvInwiefern diese Verhandlungen unter ethischen Gesichtspunkten ablaufen, wissen wir als Verbraucher nicht.

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Preise für Grundnahrungsmittel wie z.B. Reis werden an der Börse gehandelt und häufig nicht mehr vom Landwirt bestimmt.

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Trotz verschiedenster kommerzieller Qualitäts-Siegel haben wir als Verbraucher oft keine Gewissheit darüber, wie die die Pflanzen behandelt wurden oder wen wir damit unterstützen. 
Es fehlt an Transparenz und Informationen, um eine Kaufentscheidung treffen zu können, die gesundheitlichen, ökologischen und sozialen Kriterien entspricht.

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Durch den verstärkten Import und Massenproduktion in anderen Ländern/Kontinenten wird den Menschen immer mehr ihre eigenen Lebensgrundlage (Boden) weggenommen. 

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Vom Verkauf eines landwirtschaftlichen Erzeugnisses behält der Supermarkt den Großteil des Gewinns während der Bauer in der Regel nur ein fünftel vom Endpreis für sein Erzeugnis erhält (Quelle: Deutschlandfunk)

Zunahme ernährungsbedingter Krankheiten 

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80% der Krankheiten in Deutschland entstehen vorwiegend durch gesundheitsbeeinträchtigende Ernährung durch hochverarbeitete und vitalstoffarme Lebensmittel, sog. Ultra Processed Food, das von der Lebensmittelindustrie stark beworben wird.

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In der breiten Gesellschaft fehlen Kenntnisse darüber, was eine gesunde Ernährung ausmacht. Der Trend geht immer stärker zu schnell zubereiteten Fertiggerichten und „In-Between-Snacks“ der Lebensmittelindustrie, die den Vitalstoffbedarf des Körpers nicht decken und sich zum Teil schädlich auf den Stoffwechsel auswirken können.

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Das Wissen über die Zubereitung und die Verwendungsmöglichkeiten von Getreidekörnern, Pseudo-Getreide und Hülsenfrüchten geht in Deutschland immer mehr verloren. Damit verringert sich die Bio-Diversität nicht nur in deutschen Därmen sondern auch auf deutschen Äckern.

Fehlendes Wissen

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Die Deutschen beziehen ihre Lebensmittel hauptsächlich aus dem Supermarkt. Immer weniger Menschen bauen ihre Lebensmittel selbst an oder kaufen sie direkt beim Bauern.  Damit wird die Lebensmittel-Abhängigkeit größer und wertvolles Wissen über den eigenen Anbau von Lebensmitteln sowie deren Wertschätzung geht verloren

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Persönliche Erkenntnisse

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2019 stehe ich auf einem Berg in Vietnam und schaue ins Tal. Der einheimische Guide sagt: „Hier war bis vor Kurzem Dschungel. Das was du jetzt siehst, sind Kaffee-Plantagen. Der Kaffee wird nach Europa verkauft.“ Mir wurde plötzlich bewusst, welche Auswirkungen mein Konsum auf andere Teile der Welt hat. 

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Während meinem Job im Einkauf eines weltweiten Süßwarenkonzerns habe ich gelernt: Ich treffe eine Einkaufsentscheidung und sie hat Folgen – auf gesellschaftliche und ökologische Entwicklungen. Ich kann mich entscheiden für einen kleinen Familienbetrieb oder einen globalen Großkonzern, ein handwerklich gefertigtes oder ein standardisiertes Massenprodukt. Mir wurde bewusst: ich habe Macht. Diese Macht kann ich jeden Tag beim (Lebensmittel-) Einkauf nutzen und damit die Entwicklungen in der Welt beeinflussen.

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Auf dem Terra Madre Event 2022 höre ich von Menschen indigener Abstammung aus verschiedenen Ländern, dass sie auf ihren Böden keine Lebensmittel mehr anbauen können, um sich zu versorgen – entweder weil ihr Boden von Agrar-Großkonzernen vereinnahmt wurde oder weil der Boden verseucht ist. Mir wurde bewusst, wie wahr ihre gemeinsame Aussage ist: „Der Mensch hat die Verbindung zur Natur verloren“. 

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Ein Landwirt aus Mecklenburg-Vorpommern erzählt mir: „Wir geben uns das ganze Jahr so viel Mühe mit dem Anbau  und dann landet die komplette Getreide-Ernte im 18 Meter tiefen Bauch eines Schiffes im Hamburger Hafen, das unsere Ernte mit der von anderen vermischt und nach Kuba verschifft. Da fragen wir uns: Für wen machen wir das eigentlich?!“ Mir wird bewusst: Landwirtschaft wird immer anonymer und unpersönlicher. , Die Folge: Intrasparenz,  Qualitätsverlust, fehlende Wertschätzung, fehlender Sinn (außer Gewinnmaximierung). 

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Im November bringen italienische Kleinbauern ihre Olivenernte in die ortsansässige Mühle in Sizilien. Der Mühleninhaber kauft die Ernten, vermischt unterschiedliche Sorten und Qualitäten und verschifft sie in Flaschen abgefüllt nach Amerika. Mir wird bewusst: die Olivenbauern wissen nicht, für wen sie das ganze Jahr arbeiten und bekommen somit keine Wertschätzung für ihre Mühe. 

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Ich stehe im Supermarkt und drehe alle Verpackungen um, denn ich bin auf der Suche nach der Herkunftsbezeichnung. Mir wird bewusst: 98% der pflanzlich lagerfähigen Erzeugnisse kommen nicht aus Deutschland, obwohl sie hier angebaut werden könnten

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Jedes Jahr im Herbst hängen die Obstbäume in meinem Wohnort Wehrda voll und werden nicht geerntet. Mir wird bewusst: es ist leichter und weniger zeitaufwändig für die Menschen Äpfel aus Neuseeland im Supermarkt zu kaufen, als die Obstbäume vor der Haustür zu ernten. 

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Im Supermarkt finde ich max. 6 verschiedene Sorten Hülsenfrüchte. Weltweit gibt es weit über 18.000 verschiedene Sorten Hülsenfrüchte. Mir wird bewusst: Einkaufen im Supermarkt bedeutet Verlust an Biodiversität und Aussterben traditioneller, regional typischer Sorten. 

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Mit 30 Jahren stehe ich das erste Mal auf dem Acker und lerne wie Brokkoli, Kartoffeln und Sellerie wachsen. Mir wird bewusst: Im deutschen Schulsystem spielen Landwirtschaft und Ernährung keine Rolle. Ich frage mich, wie Kinder einen Zugang zu diesen Themen finden sollen. 

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2019 stehe ich im wehrdaer Tegut und weigere mich in Plastik abgepackten Knoblauch aus China zu kaufen. Ebenso verweigere ich daraufhin den Knoblauch aus Ägypten und aus Frankreich vom marburger Wochenmarkt. Mir wurde bewusst: es gibt keinen lokalen Anbau, obwohl Knoblauch lokal wachsen kann.

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Ich besuche einen Landwirt, der schwarze Linsen anbaut. Danach gehe ich in den Edeka, der neben seinem Acker neu gebaut wurde, um nach dem Linsen-Sortiment zu schauen. Mir wird bewusst: die Linsen vom Acker von nebenan schaffen es nicht ins Supermarkt-Regal. Stattdessen stehen dort schwarze Linsen aus Kanada. 

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Einige Landwirte erzählen mir, dass sie mit Beschimpfungen und Vorurteilen zum Thema „Spritzen“ aus der Gesellschaft zu kämpfen haben. Mir wird bewusst: es fehlt an Wertschätzung und gegenseitigem Kennenlernen zwischen den Menschen, die Lebensmittel erzeugen und denen, die sie verbrauchen. 

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Ich stehe in Bayern in einem Kuhstall mit Anbindehaltung. Der Bauer sagt: „Mir tuen meine Kühe leid. Ich würde ihnen gerne mehr Freiraum und bessere Lebensbedingungen schaffen. Eine Umrüstung des Stalls kostet mich weit über 50.000€ und mit dem Verkauf der Milch verdiene ich nichts mehr. Der Druck der Politik ist sehr hoch. Ich muss meinen Beruf aufgeben.“ Mir wird bewusst: Viele Kleinbauern möchten nicht aufgeben, aber können nicht anders. 

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Ich schaue auf eine Packung Linsen im Supermarkt und sehe das Herkunftsland: Indien. Ich frage mich: wem gebe ich mein Geld, wenn ich diese Packung kaufe? Von wem wurden die Linsen angebaut und wie? Will ich das unterstzützen? Mir wird bewusst: Etiketten im Supermarkt liefern keine Informationen, um bedachte Einkaufsentscheidungen zu treffen. 

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Freunde von mir betrachten die Vielfalt von Vitamin N Lebensmitteln und fragen „Und was mache ich damit?“ Ich selbst musste viele Bücher lesen, ausprobieren und Workshops besuchen, um zu lernen, wie Getreidekörner, Hülsenfrüchte und Co. richtig zubereitet werden. Mir wurde bewusst: es fehlt an Wissensweitergabe von älteren Generationen und an Bildung zum Thema Ernährung/Kochen. 

Wir können die gesundheitliche Entwicklung unseres Körpers sowie die Entwicklung unseres Ortes, unseres Landes der Welt politisch, gesellschaftlich, ökologisch und soziale beeinflussen. 

 

Durch 

 

 

unsere Kaufentscheidung können wir politischen, ökoligischen, sozialen und gesundheitliche A

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