Ende Februar 2020 habe ich meinen Job gekündigt. 

Damit hat sich mein Leben nach 10 Jahren von heute auf morgen radikal verändert: meine täglichen Kollegen, mein Arbeitsweg, die Alltags-Routinen, mein Auto, Vorschriften, Zielsetzungen, Fitnessstudio, Geschäftsreisen, ein monatliches Einkommen,…. gab es plötzlich in meinem Leben nicht mehr. 

Mein Entschluss kam damals aus meinem tiefsten inneren Herzen. Ich wusste nicht was danach in meinem Leben passieren würde, ich hatte keinen konkreten Plan, aber ich spürte, dass die Entscheidung richtig, wichtig und nötig war. 
Ich hatte vor, mich mit dem zu beschäftigen, was mich schon immer interessiert hat, wofür ich aber nie Zeit hatte. Meine Gedanken von damals könnt ihr hier lesen. Mit diesem Entschluss kam plötzlich grenzenlose Freiheit in mein Leben und erst dadurch ist mir bewusst geworden, wie sehr ich mich vorher in einem starren System bewegt habe. 

Mit diesem radikalen Wandel hat sich für mich ein komplett neues Lebensgefühl eingestellt: 
Von heute auf morgen musste ich lernen ohne finanzielle Absicherung in Form eines festen, sicheren Monatsgehaltes zu leben. Deswegen habe ich mich von allem verabschiedet, was mich bisher Geld gekostet hat:
Auto, Versicherungen, neue Kleidung, Urlaubsreisen, Restaurantbesuche, jedes Wochenende Freunde in ganz Deutschland besuchen, Lebensmittel im Supermarkt einkaufen. 

Diese Lebensumstellung ist mir damals leichter gefallen als gedacht, denn wie es die Fügung wollte, wurde ab genau diesem Zeitpunkt, im März 2020, der allererste Corona Lockdown deklariert und damit wurde meinem bisherigen Leben (mit den vielen Reisen und dem ständigen Unterwegssein) sowieso ein Ende gesetzt. Die damaligen Regelungen mit den vielen Einschränkungen haben mir die Umsetzung des neuen Lebensvorhabens also sehr einfach gemacht. 

Das Jahr 2020 habe ich als das Jahr mit dem größten Freiheitsgefühl meines bisherigen Lebens erfahren dürfen. 
Jeder Tag war für mich wie ein Geschenk. Jeden Tag war ich dankbar für dieses „neue“ Leben. Jeden Tag war ich dankbar für die „Führung von oben“ und jeden Tag habe ich so sehr genossen, dass ich das Gefühl hatte, der Sommer und das ganze Jahr würden gar nicht mehr zu Ende gehen. 
Mit vollem Bewusstsein, großer innerer Freude und Dankbarkeit habe ich dieses Lebensgefühl wahrgenommen. 

Von vielen Menschen wurde ich damals gefragt, wie ich so mutig sein konnte eine so radikale Entscheidung zu treffen, und in der Rückschau frage ich mich das fast auch (schließlich hatte ich nicht nur einen sicheren Job, sondern auch einen, der mir Spaß gemacht hatte). 

Das was mich damals geleitet hat, ist das, was ich heute als „Kraft des Universums“, „Macht des Nicht-Sichtbaren aber Wahrnehmbaren“ oder als „Gottes Hand“ bezeichnen würde. Das alles sind Begriffe, die mir damals eigentlich völlig fremd waren, für die ich mit meinem neugierigen Entdeckergeist aber innerlich offen war. 

In meinem Entschluss und in meiner neuen Lebensführung hatte ich mich leiten lassen. Das tiefe Vertrauen meinem Inneren einfach folgen zu können hatte zur Folge, dass ich meine Entscheidung kein einziges Mal angezweifelt habe, dass ich gegenüber den vielen vielen kritischen und besorgten Aussagen von Familienangehörigen, Freunden und Kollegen innerlich standhaft und gelassen bleiben konnte und dass ich Mut und endlos große Zuversicht gegenüber einer ungewissen Zukunft gewonnen habe.  

Seitdem hat für mich eine neue Reise und eine neue Lehre begonnen:
die Entdeckungsreise zum innersten Herzen. 

Diese Reise kann durchaus mühsam und anstrengend sein, denn sie ist damit verbunden alle bisherigen Vorstellungen, Konformitäten, Systeme und Glaubenssätze mit denen wir leben in Frage zu stellen bzw. aufzugeben. 

Heilpflanzen, Biologie der Pflanzen, Gesundheit, Ökologie und Landwirtschaft waren damals die 5 Themen, die mich in meinem Herzen beschäftigt haben. Das alles bündelte sich für mich dann in dem Überthema „Ernährung“. Und das brachte mich zu der Frage, wie wir unsere Ernährung „gesund, klimafreundlich und sozial“ gestalten können. 

Seit den 2 Jahren in denen ich mir diese Frage stelle und mich mit diesen Themen beschäftige, durfte ich weitere Fügungen erfahren. Wie von „Gottes Hand“ geführt, geschahen Dinge, die meine Herzensanliegen erfüllten, ohne dass ich sie vorher geplant hätte. 

Durch diese Führung: 

  • hatte ich auf einmal einen Acker vor meiner Haustür, auf dem ich Gemüse anbauen konnte
  • kamen Menschen in mein Leben, die zu meinem neuen Weg passten und mir große Bereicherung schenkten
  • hat sich in Form des Ernährungsrates ein ganzes Netzwerk von Menschen aufgetan, die ähnliche Herzensthemen im Bereich „Ernährung“ verfolgen und mir einen großen Handlungsspielraum ermöglichen

Seit diesem Sommer habe ich dadurch einen neuen Job gefunden. Und eigentlich habe ich ihn nicht gefunden, sondern er hat mich gefunden. 
Indem ich einfach dem gefolgt bin, was in mir war, habe ich angefangen zu handeln. Aus diesem Handeln wurde ein Job für mich geschaffen – von den Menschen im Marburger Ernährungsrat, die durch finanzielle Mittel der Stadt Marburg mein Handeln unterstützen möchten. 

Es ist ein Minijob –  bis Ende des Jahres. Manch einer in meinem Umfeld sagt „nur?!!“ – ich aber sage „DANKE“ : 

  • DANKE an die Gesunde Stadt Marburg, die das Geld dafür zur Verfügung stellt
  • DANKE an die Menschen vom Ernährungsrat, die dieses Geld für aktives Handeln einsetzen
  • DANKE an alle, die mich in meinem Handeln und bei meinen Ideen unterstützen
  • DANKE an die „Führung von oben“, die mir so viel Gutes will. 

Was ich in den 2 Jahren lernen durfte ist: 
„Weniger ist mehr“
Es klingt wie eine abgedroschene Floskel aber die Lehre, die für mich in dieser Aussage steckt und mit der ich euch Ermutigung schenken möchte ist: 

Entledige dich von all dem Materiellen, von all dem Überflüssigen, von all deinen Gedanken, Vorstellungen, von allen Konformitäten, Systemen und Sicherheiten – und dann erst wirst du dich im Herzen leicht und frei fühlen. Und erst dann wirst du „mehr“ fühlen. Du wirst dich „geleitet“ fühlen. 

Was mein „neuer Job“, d.h. mein Handeln beinhaltet, könnt ihr auf der Website vom Ernährungsrat lesen. 

Eure

           Tanja

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